Zugegebenermaßen bin ich kein Fußballfan. Trotzdem macht es gerade hier in Angola Spaß, sich mit mindestens der Hälfte der Bevölkerung dem CAN-Fieber hinzugeben (CAN ist die afrikanische Fußballmeisterschaft, die im Januar 2010 in Angola stattfinden wird). Das Ganze ist natürlich ein riesiges Werbespektakel für die Mächtigen des Landes (eine der Töchter des Präsidenten ist eine der Hauptorganisatoren), hat aber auch für viele Angolaner seine Vorteile. Die 4 neuen, überteuren Stadien sind Kathedralen in der Wüste der staubigen Strassen und Lehmhütten, billige Eintrittskarten (ab zirka 2 Euro) werden es aber vielen Angolanern möglich machen, am Spektakel teilzunehmen. Es wird fleißig an Strassen und Parkplätzen gebaut, was vielen Angolanern in Zukunft die Fortbewegung etwas leichter machen wird. Straßenlaternen, die mit Solarenergie betrieben werden, werden auch in Zukunft sicher nützlich und willkommen sein. Außerdem werden, wenn auch nur für kurze Zeit, neue Arbeitsplätze geschaffen. Etwas rätselhafter ist es, was ab Februar aus den vielen Hotels und Pensionen werden wird, die im ganzen Land wie Pilze aus dem Boden sprießen... Viele hoffen auf eine Vereinfachung der Visaprozeduren, um das Land langsam dem Tourismus zu öffnen. Und ich versuche gerade einen alten Fernseher reparieren zu lassen, damit wir im Januar in Ganda ja kein Spiel verpassen werden!
Thursday, 19 November 2009
Fussball
Zugegebenermaßen bin ich kein Fußballfan. Trotzdem macht es gerade hier in Angola Spaß, sich mit mindestens der Hälfte der Bevölkerung dem CAN-Fieber hinzugeben (CAN ist die afrikanische Fußballmeisterschaft, die im Januar 2010 in Angola stattfinden wird). Das Ganze ist natürlich ein riesiges Werbespektakel für die Mächtigen des Landes (eine der Töchter des Präsidenten ist eine der Hauptorganisatoren), hat aber auch für viele Angolaner seine Vorteile. Die 4 neuen, überteuren Stadien sind Kathedralen in der Wüste der staubigen Strassen und Lehmhütten, billige Eintrittskarten (ab zirka 2 Euro) werden es aber vielen Angolanern möglich machen, am Spektakel teilzunehmen. Es wird fleißig an Strassen und Parkplätzen gebaut, was vielen Angolanern in Zukunft die Fortbewegung etwas leichter machen wird. Straßenlaternen, die mit Solarenergie betrieben werden, werden auch in Zukunft sicher nützlich und willkommen sein. Außerdem werden, wenn auch nur für kurze Zeit, neue Arbeitsplätze geschaffen. Etwas rätselhafter ist es, was ab Februar aus den vielen Hotels und Pensionen werden wird, die im ganzen Land wie Pilze aus dem Boden sprießen... Viele hoffen auf eine Vereinfachung der Visaprozeduren, um das Land langsam dem Tourismus zu öffnen. Und ich versuche gerade einen alten Fernseher reparieren zu lassen, damit wir im Januar in Ganda ja kein Spiel verpassen werden!
Monday, 9 November 2009
Transportmittel
Was auch immer ein Rad oder mehr hat, wird in Angola als Transportmittel benutzt. Da geht es vom traditionellen „Kangulo“ - einem Schubkarren aus Holzplanken mit einem Reifen, der von einem Mann zum Transport von schweren Gütern auf kurze Distanz benutzt wird - zum Fahrrad, Moped, Motorrad (das klassische Familientransportmittel: Papa vorne am Lenkrad, Mama hinten, ein bis zwei Kinder dazwischen), Dreirad mit Motor (ehrlich, keine Ahnung wie die Dinger heißen: drei Räder, vorne sieht’s aus wie ein Motorrad, hinten hat es eine Transportfläche), Auto, Jeep, Minibus, Bus, Hiace.
Hiace (ausgesprochen: Hi-a-si)? Ein blau-weißer Kleinbus mit (theoretisch) 14 Sitzplätzen. Es ist mir aber schon öfter passiert in so einer „Blechdose“ zu sitzen und einer der 22 Passagiere zu sein, plus Kinder (kein extra Sitzplatz, da Kinder bei der Mama auf dem Schoss sitzen), plus Fahrer, plus Ticketverkäufer, plus Koffer, Säcke, Kisten, Körbe, Hühner, und was man sonst noch von einem Ort zum anderen transportieren kann.
Ein Hiace fährt erst los, wenn der Fahrer entscheidet, dass der Kleinbus voll genug ist, wenn also das „Tetris“-Spiel der Passagiere und des Gepäcks komplett ist. Sobald wirklich kein einziger Freiraum übrig geblieben ist, geht es los; normalerweise mit halsbrecherischer Geschwindigkeit und sehr lauter lokaler Musik aus kratzenden, kreischenden Lautsprechern. Ich wundere mich immer dass viele der Passagiere es fertig bringen in den unmöglichsten Positionen einzunicken.
Es wird gehalten, wenn jemand pinkeln muss (und es lauthals genug verkündet), wenn es jemandem schlecht wird (bei der Geschwindigkeit und den Gerüchen von Menschen und Waren im stickigen Bus, kaum ein Wunder), wenn der Fahrer entscheidet, dass es Zeit für eine Mittagspause ist, oder für ein kaltes Bier, oder für ein Schwätzchen mit dem Bekannten, der den entgegenkommenden Hiaci fährt.
Hiacis haben keinen Fahrplan, keine bestimmten Haltestellen, keine fixen Preise und sind somit das „anarchistischste“ und meist unsicherste Transportmittel Angolas. Trotzdem scheinen sie ein gutes Geschäft zu sein, da sie auf keiner Strasse in der Stadt oder auf dem Land fehlen.