Was auch immer ein Rad oder mehr hat, wird in Angola als Transportmittel benutzt. Da geht es vom traditionellen „Kangulo“ - einem Schubkarren aus Holzplanken mit einem Reifen, der von einem Mann zum Transport von schweren Gütern auf kurze Distanz benutzt wird - zum Fahrrad, Moped, Motorrad (das klassische Familientransportmittel: Papa vorne am Lenkrad, Mama hinten, ein bis zwei Kinder dazwischen), Dreirad mit Motor (ehrlich, keine Ahnung wie die Dinger heißen: drei Räder, vorne sieht’s aus wie ein Motorrad, hinten hat es eine Transportfläche), Auto, Jeep, Minibus, Bus, Hiace.
Hiace (ausgesprochen: Hi-a-si)? Ein blau-weißer Kleinbus mit (theoretisch) 14 Sitzplätzen. Es ist mir aber schon öfter passiert in so einer „Blechdose“ zu sitzen und einer der 22 Passagiere zu sein, plus Kinder (kein extra Sitzplatz, da Kinder bei der Mama auf dem Schoss sitzen), plus Fahrer, plus Ticketverkäufer, plus Koffer, Säcke, Kisten, Körbe, Hühner, und was man sonst noch von einem Ort zum anderen transportieren kann.
Ein Hiace fährt erst los, wenn der Fahrer entscheidet, dass der Kleinbus voll genug ist, wenn also das „Tetris“-Spiel der Passagiere und des Gepäcks komplett ist. Sobald wirklich kein einziger Freiraum übrig geblieben ist, geht es los; normalerweise mit halsbrecherischer Geschwindigkeit und sehr lauter lokaler Musik aus kratzenden, kreischenden Lautsprechern. Ich wundere mich immer dass viele der Passagiere es fertig bringen in den unmöglichsten Positionen einzunicken.
Es wird gehalten, wenn jemand pinkeln muss (und es lauthals genug verkündet), wenn es jemandem schlecht wird (bei der Geschwindigkeit und den Gerüchen von Menschen und Waren im stickigen Bus, kaum ein Wunder), wenn der Fahrer entscheidet, dass es Zeit für eine Mittagspause ist, oder für ein kaltes Bier, oder für ein Schwätzchen mit dem Bekannten, der den entgegenkommenden Hiaci fährt.
Hiacis haben keinen Fahrplan, keine bestimmten Haltestellen, keine fixen Preise und sind somit das „anarchistischste“ und meist unsicherste Transportmittel Angolas. Trotzdem scheinen sie ein gutes Geschäft zu sein, da sie auf keiner Strasse in der Stadt oder auf dem Land fehlen.
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